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Einmalkatheter vs. Dauerkatheter – Welche Unterschiede gibt es?

Wenn die Blase nicht mehr selbstständig entleert werden kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Blasenentleerung. Dabei kommen Einmalkatheter im Rahmen des intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) sowie Dauerkatheter zum Einsatz.

Doch worin unterscheiden sich die beiden Katheterarten eigentlich und wann wird welche Lösung eingesetzt?

Was ist ein Einmalkatheter?

Ein Einmalkatheter wird nur kurzzeitig zur Entleerung der Blase verwendet und anschließend wieder entfernt. Dieses Verfahren wird als intermittierender Selbstkatheterismus (ISK) bezeichnet.

Dabei wird die Blase mehrmals täglich an einzelnen Zeitpunkten entleert, ähnlich wie beim natürlichen Toilettengang. Zwischen den Anwendungen befindet sich kein Katheter dauerhaft im Körper.

Viele Anwenderinnen und Anwender führen den Katheter selbstständig durch die Harnröhre ein und gewinnen dadurch oft ein hohes Maß an Unabhängigkeit im Alltag.

Vorteile eines Einmalkatheters

  • mehr Flexibilität und Selbstständigkeit im Alltag
  • entspricht eher der natürlichen Blasenfunktion
  • geringeres Risiko für Infektionen und Reizungen der Harnröhre

Wann wird ein Einmalkatheter eingesetzt?

Einmalkatheter kommen häufig bei Menschen zum Einsatz, die ihre Blase nicht vollständig oder gar nicht selbst entleeren können, beispielsweise aufgrund:

  • neurologischer Erkrankungen
  • Querschnittlähmung
  • Blasenentleerungsstörungen
  • bestimmter Operationen oder Erkrankungen

Voraussetzung ist meist, dass die Katheterisierung selbstständig oder mit Unterstützung regelmäßig durchgeführt werden kann.

Was ist ein Dauerkatheter?

Ein Dauerkatheter verbleibt kontinuierlich in der Blase, teilweise über mehrere Wochen oder länger. Der Urin wird dauerhaft über einen Schlauch in einen Urinbeutel abgeleitet. Dadurch ist der Anwender permanent auf einen Urin-Auffangbeutel angewiesen.

Dauerkatheter werden häufig in akuten oder medizinisch notwendigen Situationen eingesetzt, etwa nach Operationen oder bei schweren gesundheitlichen Einschränkungen. Das Legen und Wechseln erfolgt durch medizinisches Fachpersonal.

Mögliche Nachteile bei längerer Anwendung eines Dauerkatheters

  • größere Einschränkungen im Alltag etwa bei der Bewegungsfreiheit, der Wahl der Kleidung oder bei sozialen Aktivitäten
  • keine natürliche Blasenroutine möglich

Da der Katheter dauerhaft im Körper verbleibt, kann eine langfristige Nutzung auch mit gesundheitlichen Belastungen verbunden sein. Dazu zählt:

  • ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen
  • mögliche Reizungen der Harnröhre und Blase
  • mögliche Druckstellen und damit verbundenen Beschwerden
  • ein Verletzungsrisiko der Harnröhre durch Bildung scharfkantiger Kristalle am Katheter.

Einmalkatheter oder Dauerkatheter – was ist die bessere Lösung?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Welche Versorgung geeignet ist, hängt immer von der individuellen gesundheitlichen Situation, den persönlichen Bedürfnissen und dem Alltag der betroffenen Person ab.

Während Dauerkatheter häufig bei kurzfristigen oder akuten Situationen eingesetzt werden, ermöglicht der intermittierende Selbstkatheterismus vielen Menschen eine aktivere und flexiblere Alltagsgestaltung. Da Einmalkatheter nur für die jeweilige Entleerung verwendet und anschließend entfernt werden, lassen sie sich gut in den individuellen Tagesablauf integrieren, ob zu Hause, bei der Arbeit oder auf Reisen. Ziel moderner ISK-Versorgungen ist es deshalb, Betroffenen mehr Selbstständigkeit, Flexibilität und Sicherheit im Alltag zu ermöglichen.

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Die Wahl der passenden Versorgung sollte immer gemeinsam mit einem Arzt oder medizinischem Fachpersonal erfolgen. Eine individuelle Beratung hilft dabei, die Lösung zu finden, die medizinisch sinnvoll ist und gleichzeitig bestmöglich zum eigenen Alltag passt.

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