Ein willkommener Gast: Wespenspinne auf dem Gelände der Manfred-Sauer-Stiftung
Auf der im vergangenen Jahr angelegten Wildblumenwiese am Kaiser-Ring der Manfred-Sauer-Stiftung hat sich ein neuer Bewohner eingefunden: die Wespenspinne (Argiope bruennichi). Ihr Auftreten zeigt, dass die Fläche inzwischen nicht nur zahlreichen Insekten Nahrung bietet, sondern auch weiteren Tierarten einen geeigneten Lebensraum zur Verfügung stellt.

Die Wespenspinne gehört zur Familie der einheimischen Radnetzspinnen und ist insbesondere beim Weibchen leicht an ihrem auffällig gelb-schwarz-weiß gezeichneten Hinterleib zu erkennen. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht um ein Insekt, sondern um eine Spinne. Ihren Namen verdankt sie ausschließlich der an eine Wespe erinnernden Färbung.
Als Lebensraum bevorzugt die Wespenspinne sonnige, offene Flächen mit niedriger bis halbhoher Vegetation. Dazu gehören sowohl trockene als auch feuchte Wiesen. Zwischen Gräsern und anderen Pflanzen baut sie ihr großes Radnetz, das häufig durch ein auffälliges, zickzackförmiges Seidenband gekennzeichnet ist.
Die Bedingungen auf der Wildblumenwiese am Kaiser-Ring kommen diesen Ansprüchen entgegen. Dort wachsen verschiedene ein-, zwei- und mehrjährige Kultur- und Wildarten. Insgesamt wurden Mischungen mit jeweils 40 bis 50 verschiedenen Pflanzenarten angelegt. Die Blüten bieten unter anderem Bienen und Hummeln über einen langen Zeitraum Nahrung. Gleichzeitig sorgt die vielfältige Vegetation für unterschiedliche Strukturen und damit für Lebensräume weiterer Tiere.
Die Wespenspinne ernährt sich von Insekten und anderen Gliederfüßern, die sich in ihrem Netz verfangen. Damit ist sie Teil des natürlichen Nahrungsnetzes einer artenreichen Wiese. Dass sie auf der Fläche am Kaiser-Ring ein Zuhause gefunden hat, ist somit eine schöne Ergänzung zu der bereits beobachteten Insektenvielfalt.
Die Entwicklung der Wildblumenwiese macht deutlich, dass naturnah gestaltete Grünflächen mehr leisten können als eine ansprechende Bepflanzung: Wenn Pflanzen wachsen, blühen und sich aussamen dürfen und die Fläche nur zurückhaltend gemäht wird, entstehen nach und nach wertvolle Lebensräume. Die Wespenspinne ist ein sichtbares Beispiel dafür, wie schnell solche Strukturen von verschiedenen Arten angenommen werden können.

