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Herbstküche bei Querschnittlähmung: Darüber freuen sich Gaumen und Verdauung 

Kürbis, Pilze, Äpfel, Birnen, Nüsse und Kohl: Der Herbst bringt eine große Auswahl an saisonalen Lebensmitteln auf den Tisch. Viele davon liefern Ballaststoffe und können damit eine ausgewogene Ernährung und die Verdauung unterstützen. Bei Menschen mit Querschnittlähmung lohnt sich allerdings ein genauerer Blick auf die Auswahl und Zubereitung.  

Bei einer Querschnittlähmung ist häufig auch die Darmfunktion beeinträchtigt. Je nach Ausprägung können unter anderem die Darmbewegung, die Wahrnehmung von Füllungszuständen sowie die kontrollierte Darmentleerung verändert sein. Eine verzögerte Darmpassage, Verstopfung, Inkontinenz und Blähungen gehören zu den möglichen Folgen. 

Die Ernährung ist deshalb ein wichtiger Baustein des individuellen Darmmanagements. Dabei gilt jedoch nicht automatisch: Je mehr Ballaststoffe, desto besser. Entscheidend sind Art und Menge der Ballaststoffe, die Flüssigkeitszufuhr und vor allem die persönliche Verträglichkeit. 

Der Herbst bietet dafür eine interessante Auswahl. 

Kürbis: ein Herbstklassiker 

Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis und Co. sind vielseitig einsetzbar. Als Suppe, Ofengemüse, Püree oder Bestandteil eines Risottos lässt sich Kürbis zudem sehr gut gegart verarbeiten. 

Gegartes Gemüse ist häufig besser verträglich als große Mengen Rohkost. Kürbis liefert gleichzeitig Ballaststoffe und viel Wasser und lässt sich gut mit anderen eher milden Herbstgemüsen kombinieren. 

Kartoffeln und Wurzelgemüse als Basis 

Kartoffeln, Möhren und Pastinaken eignen sich ebenfalls für eine eher milde Herbstküche. Durch Kochen, Dünsten oder Schmoren werden sie weich und lassen sich beispielsweise zu Suppen, Eintöpfen und Pürees verarbeiten. 

Interessant sind Kartoffeln auch unter einem anderen Gesichtspunkt: Werden gekochte Kartoffeln abgekühlt, entsteht ein Teil sogenannter resistenter Stärke. Diese wird im Dünndarm nicht vollständig verdaut und gelangt in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien fermentiert werden kann. 

Kohl und Pilze: gesund, aber nicht immer problemlos 

Rosenkohl, Weißkohl, Rotkohl und Wirsing gehören zum Herbst, können jedoch eine ausgeprägte Gasbildung verursachen. Das Gleiche gilt bei manchen Menschen für Pilze. Pilze enthalten in ihren Zellwänden unverdauliches Chitin. Deshalb können sie länger im Verdauungstrakt verweilen und insbesondere in größeren Mengen Völlegefühl und Blähungen verursachen. Gründliches Kauen und eine gute Zubereitung   als auch die Portionsgröße verbessern die Verträglichkeit. 

Wer ohnehin unter Meteorismus oder einem stark geblähten Bauch leidet, sollte deshalb beobachten, wie sich diese Lebensmittel auf das persönliche Darmmanagement auswirken. 

Topinambur: reich an Inulin 

Eine Besonderheit unter den herbstlichen Knollengemüsen ist Topinambur. Die Knolle enthält viel Inulin. Dieser lösliche Ballaststoff wird im Dünndarm nicht verdaut und gelangt weitgehend in den Dickdarm. Dort dient er bestimmten Darmbakterien als Nahrung und zählt deshalb zu den präbiotischen Ballaststoffen. 

Was zunächst positiv klingt, hat jedoch eine Kehrseite: Bei der bakteriellen Fermentation können Gase entstehen. Größere Mengen Topinambur können deshalb zu Blähungen, Bauchdruck und Völlegefühl führen. 

Für Menschen mit neurogener Darmfunktionsstörung kann es daher sinnvoll sein, Topinambur zunächst in kleinen Mengen auszuprobieren und die individuelle Reaktion zu beobachten. 

Obst: zwischen Ballaststoffen und Sorbit 

Äpfel, Birnen und Zwetschgen gehören zu den Klassikern der Herbstküche. Sie liefern unter anderem lösliche Ballaststoffe. Äpfel enthalten beispielsweise Pektin. 

Bei Verstopfung können insbesondere Pflaumen beziehungsweise Zwetschgen interessant sein. Neben Ballaststoffen enthalten sie Sorbit, dass die Darmentleerung fördern kann. Sorbit wird im Dünndarm nur begrenzt aufgenommen. Bleibt Sorbit im Darmlumen, bindet es osmotisch Wasser. Dadurch kann der Stuhl weicher werden. Gelangt Sorbit anschließend in den Dickdarm, wird es von Darmbakterien fermentiert – dabei können Gase und Blähungen entstehen. 

Genau dieser Effekt kann jedoch unerwünscht sein, wenn ohnehin weicher Stuhl oder eine Neigung zur Stuhlinkontinenz besteht. Auch Äpfel und vor allem Birnen können aufgrund ihres Gehalts an fermentierbaren Kohlenhydraten sowie Sorbit bei empfindlichen Menschen Blähungen verursachen. 

Nüsse und Maronen 

Walnüsse, Haselnüsse und Esskastanien bringen Abwechslung auf den herbstlichen Speiseplan. Nüsse liefern neben Ballaststoffen allerdings auch relativ viel Fett. Größere Portionen können deshalb bei manchen Menschen zu Völlegefühl führen. 

Maronen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung deutlich von klassischen Nüssen: Sie enthalten wesentlich mehr Stärke und weniger Fett. Auch hier entscheidet letztlich die individuelle Verträglichkeit. 

Lebensmittel, die im Herbst Saison haben, und ihre mögliche Wirkung auf die Verdauung. Die  Verträglichkeit richtet sich immer nach der Portionsgröße, der Zubereitung als auch der Kombination mit anderen Lebensmitteln und kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. 

Lebensmittel Einschätzung Mögliche Bedeutung für die Verdauung 
Kürbis, gegart 🟢 meist gut verträglich Liefert Ballaststoffe und viel Wasser; gegart häufig gut bekömmlich 
Möhren und Pastinaken 🟢 meist gut verträglich Gegart weich und ballaststoffreich 
Kartoffeln 🟢 meist gut verträglich Gut bekömmliche Grundlage; nach dem Abkühlen entsteht zusätzlich resistente Stärke 
Haferflocken 🟢 günstig Enthalten lösliche Ballaststoffe und können zu einer guten Stuhlkonsistenz beitragen 
Leinsamen 🟢 günstig Enthalten Quell- und Schleimstoffe; ausreichende Flüssigkeitszufuhr beachten 
Topinambur 🟡🔴 vorsichtig ausprobieren Sehr inulinreich und präbiotisch, kann aber erhebliche Gasbildung und Blähungen verursachen 
Zwetschgen/Pflaumen 🟢🟡 individuell Ballaststoffe und Sorbit können die Darmentleerung fördern; größere Mengen können abführend wirken 
Äpfel 🟡 individuell Enthalten u. a. Pektin; Fruktose und Sorbit können bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen 
Birnen 🟡 individuell Ballaststoffreich, können aufgrund von Fruktose und Sorbit aber Blähungen fördern 
Nüsse 🟢🟡 individuell Ballaststoffreich; größere Mengen können durch den hohen Fettgehalt zu Völlegefühl beitragen 
Maronen 🟢🟡 individuell Enthalten Ballaststoffe und viel Stärke; größere Portionen können Blähungen verursachen 
Pilze 🟡 eher vorsichtig Können schwer verdaulich sein und Völlegefühl bzw. Blähungen verursachen 
Kohl 🟡🔴 bei Blähungsneigung vorsichtig Rosen-, Weiß- und Rotkohl können eine ausgeprägte Gasbildung verursachen 
Zwiebeln 🔴 bei Blähungsneigung eher ungünstig Enthalten viele fermentierbare Fruktane und können starke Blähungen verursachen 
Tabelle erstellt mit Hilfe von KI

Weitere Informationen zum Thema Ernährung und Verdauung finden interessierte Leser auch auf Der-Querschnitt.de: 

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